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05.12.2010 10:08 Alter: 1 year

Flugstreik war auch auf Mallorca zu spüren

Kategorie: NEWS

Wintereinbruch und ein landesweiter Streik der Fluglotsen hielten die Touristen auf Mallorca auf Trab. Unzählige Flüge mussten gestrichen werden. Mehrere hundert Passagiere sassen in Palma de Mallorca am Flughafen fest.

Bereits seit einiger Zeit liegen die Fluglotsen von Spanien und die Regierung im Clinch. Die spanischen Fluglotsen fordern mehr Lohn und gaben an, man habe die Maximalarbeitszeit in diesem Jahr bereits überschritten, weshalb sie eigentlich gar nicht mehr arbeiten dürften. Der Streit führte dazu, dass die Fluglotsen ihre Arbeit ganz niederlegten und damit hunderte von Flugzeugen in ganz Spanien nicht mehr starten konnten. Auch die Ferieninsel Mallorca war betroffen. Verschlimmert wurde die Situation, da die Spanier bis Donnerstag frei haben, da viele einen Brückentag einsetzten und in den Kurzurlaub fliegen wollten, sassen gleich noch einmal einige tausend Flugpassagiere mehr fest, als an einem normalen Tag. Von Seiten der Regierung wurde der Streik heftig kritisiert. Mit ihrem wilden Streik zogen die Fluglotsen die Wut vieler Menschen auf sich. Die meisten Spanier hatten kein Verständnis für den Streik und waren entsprechend sauer am Flughafen festzusitzen. Medienschätzungen zufolge waren gut 200?000 Menschen vom Streik betroffen. Über 2000 Flüge sollen ausgefallen sein. Besonders betroffen von der Situation waren natürlich die grossen Flughäfen in Spanien in der Hauptstadt Madrid aber auch in Barcelona und Palma de Mallorca sassen tausende von Passagiere auf dem Flughafen fest.

Als das Chaos immer grösser wurde rief die spanische Regierung das Notrecht aus. Damit konnten sie die Fluglotsen zwingen wieder an ihrem Arbeitsort zu erscheinen. Fluglotsen die trotzdem weiter streikten konnten nun nach Militärgesetz und damit deutlich schärfer bestraft werden. Die meisten Fluglotsen kehrten daraufhin an ihren Arbeitsplatz zurück. Am Samstag konnten die meisten Flugzeuge wieder planmässig starten. Obwohl zur Zeit in Mallorca nur Nebensaison ist, sassen auch hier am Flughafen tausende von Urlaubern fest. Die Ausrufung des Notstandes ist in der spanischen Verfassung vorgesehen, musste bis jetzt aber noch nie geschehen. Insofern war der Streik von absolut historischer Bedeutung. Die Verfassung ist mittlerweile immerhin schon seit 1978 in Kraft. Die Touristen welche auf Mallorca und an anderen Touristenorten festsassen und stundenlang auf ihren Flug warteten hatten kein Verständnis für die streikenden Fluglotsen. Ähnlich präsentierte sich das Bild bei den Einheimischen. Auch die meisten Spanien konnten kaum verstehen weshalb die Fluglotsen einen solchen wilden Streik durchgeführt haben. Insbesondere da die meisten Spanier die Fluglotsen für ziemlich privilegiert halten. Sie verdienen ein Grundgehalt von 140?000 Euro im Jahr berichtet ?fr-online?. Ausserdem müssen sie gemäss dem immer noch gültigen Tarifvertrag gerade einmal 1200 Jahresarbeitsstunden leisten. Dies ist gut 25 Prozent weniger als die anderen Staatsangestellten in Spanien. Der Tarifvertrag ist mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen, stammt er doch noch aus dem Jahr 1999.
In den letzten Jahren kamen immer mehr Touristen nach Spanien. Ausserdem hatte man ein starkes Wirtschaftswachstum. Der Flugverkehr nahm stetig zu. Damit natürlich auch die Arbeitsbelastung der Fluglotsen. Diese mussten nun vermehrt Sonderschichten einlegen und viele Überstunden leisten. Diese liessen sie sich allerdings richtiggehend vergolden. Diese Vergütung der Überstunden war ebenfalls im Tarifvertrag vorgesehen. Laut Angaben der AENA sollen die Fluglotsen aufgrund der Überstunden zuletzt im Schnitt etwa 330?000 Euro im Jahr verdient haben. Viel Geld, insbesondere wenn man die Durchschnittslöhne von Spanien bedenkt, die doch etwas tiefer liegen als in der Schweiz. Als vor etwas über einem Jahr ein neuer Verkehrsminister eingesetzt wurde versuchte dieser zuerst eine gütige Lösung mit den Fluglotsen zu finden. Dies gelang ihm allerdings nicht. So führte man ein Gesetz ein, welches die Fluglotsen dazu verdonnerte nun 1670 Stunden im Jahr zu arbeiten. Die Überstunden werden weiterhin bezahlt. Laut ?fr-online.de? kann ein Fluglotse so noch auf ein Jahresgehalt von gut 200?000 Euro kommen. Was im europäischen Vergleich immer noch ganz ordentlich ist. Nun wollte man die Berechnung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Fluglotsen noch weiter verschärfen. Dies passte diesen allerdings gar nicht, weshalb sie am Freitag mit dem wilden Streik begannen. Als die Spanische Regierung allerdings den Notstand ausrief, kehrten die meisten Streikenden wieder an den Arbeitsort zurück. Wer sich nun noch weigerte zu arbeiten und weiterstreiken wollte musste nämlich damit rechnen vor ein Mitlitärgericht gestellt zu werden.